Der Yak

Der Yak (Poephagus grunniensis) ist ein asiatisches Hochgebirgsrind. Er wird wegen seines ständigen
lauten Grunzen auch Grunzochse genannt. Yaks werden seit der Jungsteinzeit (ca. 7000 v. Chr.) als
Haustiere gehalten. Sie wurden und werden auch heute noch vielseitig genutzt. Der Yak liefert Milch,
Fleisch, Wolle, Leder und Brennmaterial (getrockneter Kot) und Arbeitsleistung als Reit- und Lasttier. Die Ernährung der Bergnomaden Zentralasiens
besteht zu über 90 Prozent aus Yakfleisch (häufig als Trockenfleisch), Milch und Milchprodukten.
Eine dauerhafte Besiedlung der holzfreien Hochflächen Tibets über 4500 m NN wäre nicht möglich,
wenn nicht durch getrocknete Yakfladen die Energieversorgung gesichert werden könnte. Von den
insgesamt 15 Millionen Yaks leben ca. 85 Prozent in Tibet, China und der Mongolei. Der Rest verteilt
sich auf Indien, Bhutan, Nepal und Kirgisistan. Außerdem gibt es ca. 50000 wildlebende Yaks im tibetischen Hochland (5000-6000 m NN), die unter
strengen Schutz gestellt sind.
Der Yak verfügt über eine große Anpassungsfähigkeit an große Höhen, an geringen Luftdruck und an
einen niedrigen Sauerstoffgehalt. Sein Lebensraum sind Bergweiden in 3000 und 4000 m Höhe. Sommerweiden in Tibet erreichen sogar Höhen bis zu
5500 m. Der Yak kann große Kälte ertragen. Er kann ohne Schwierigkeiten Bergseen und Flüsse bei
starker Strömung durchschwimmen (mit Reiter oder Gepäck), unabhängig von der Wassertemperatur. Yaks können gut klettern und bewegen sich
auch auf schmalsten Gebirgspfaden sicher. Das Gewicht der 3-4 jährigen männlichen Tiere beträgt ca.
350-400 kg, das der Kühe ca. 250-300 kg. Yakwolle wird zur Herstellung von Wolldecken, Strickbekleidung, Stricken, Leinen, Filzstiefeln und Zelten verwendet.
Der getrocknete Yakdung verfügt über einen hohen Brennwert. Er wird sorgfältig gesammelt und getrocknet. Er verbrennt mit kleiner, nicht rauchender
Flamme, so daß im Zelt nur eine geringe Rauchent- wicklung stattfindet. Die Haut des Yaks ist wesentlich dicker als beim Rind ausgebildet und wird von den Nomaden zur Anfertigung von Schuhen, Gürteln, Lederseilen, Transportbehältern, Booten und
Reitsätteln verwendet.